Eine Stadt in Schwarz

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Thailand trauert. Am 13. Oktober ist der Konig, 88-jährig, verstorben. Das Parlament hat daraufhin eine Staatstrauer angeordnet. In der Folge tragen die meisten Thais Schwarz. Über verschiedene Kanäle wurde Touristen empfohlen, sich eher gedeckt zu kleiden und auf bunte Farben zu verzichten. Zu den Straßenseiten erscheinen immer wieder Schreine und Bilder des Königs, die mit schwarz-weißen Tüchern umhängt sind. Das Ganze ermöglicht einen interessanten Einblick in die thailändische Kultur, der mit Worten sehr schwer zu beschreiben ist. Ansonsten scheint das Leben für uns Touristen seinen gewohnten Gang zu gehen.

Die Anreise nach Bangkok haben wir mit dem Flugzeug aus Hong Kong unternommen, einzig und allein aus Zeitgründen. Denn hier treffen wir uns mit Freunden aus der Heimat, Daniel und Joana, die selbst das Land bereisen möchten. Da die beiden schon einige Tage in Bangkok sind, kennen sie sich besser aus als wir und übernehmen die Führung zum Markt und zum Königspalast. Das Zentrum von Bangkok wird vom Fluss und mehreren Kanälen durchzogen, die mit Wassertaxis befahrbar sind. Das ist eine günstige und zeitsparende Alternative zum verstopften Stadtverkehr. Auf dem Markt gibt es statt Mangos Papayas, statt Fleischbällchen Reisbällchen, aber mein Liebling sind wohl die Thaicurrys.

Der Buddhismus ist hier allgegenwärtig und zeigt sich vor allem in den zahlreichen, reich und hübsch geschmückten Tempeln und Buddhastatuen. Vor allem der immens große Liegende Buddha und der Smaragdbuddha sind zwei Dinge, die man in Bangkok gesehen haben muss.




Der liegende Buddha von Wat Pho.

Am ersten Nachmittag werden wir wieder einmal vom Regen heimgesucht, die letzten Ausläufer des Monsuns. Allerdings sind wir wieder ein ganzes Stück nach Süden gereist und so ist es hier sehr warm und vor allem feucht. Im Grunde ist man nach wenigen Minuten schon schweißnass und daran ändert sich bis zum Abend auch nichts. Etwas Regen ist daher eine willkommene Abwechslung, denn auch der Regen ist warm. Zu allem Unglück beenden meine Flipflops ihr Dasein, wohl eine spukhafte Fernwirkung wegen des Wahlergebnisses in den USA, und ich muss ein Weilchen Barfuß durch die Stadt laufen, um neue zu finden. Denn natürlich sind sie nicht im Schuster- sondern im Elektronik-Viertel von mir gegangen.

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Markt in Bangkok.

Am zweiten Tag fahren unsere beiden Freunde voraus und wir erkunden die Stadt auf eigene Faust. Es ist sehr sonnig und sehr heiß. Egal wie viel Wasser wir trinken, die Sonne und die Hitze machen uns enorm zu schaffen. Da kann eigentlich nur Streetfood helfen und die Aussicht auf eine Papaya. Es wäre doch keine schlechte Idee, wenn wir zum Hostel zurück laufen würden. Auf der Karte sieht es nicht sonderlich weit aus, ja ja, wir haben noch nicht genug vom Laufen und nichts aus China gelernt, wo auf der Karte alles nah aussieht und dann mindestens eine Stunde entfernt ist. Aber hätten wir jetzt ein Wassertaxi oder die Metro genommen, dann hätten wir nie den coolen Thaimarkt entdeckt, der sich endlos und in eine Gasse gezwängt durch das Zentrum zieht.

Es ist vorerst unser letzter Tag in Bangkok. Nach einer sehr unruhigen Nacht (ein ignoranter Zimmergenosse hat nachts lautstark das Zimmer betreten und die Klimaanlage so weit hoch gefahren, dass wir alle frierend unter unseren Decken liegen, ihn eingeschlossen. Logik?) nehmen wir die Zug nach Chiang Mai, weit im Norden. Hier entspannen wir uns endlich. Bis hierher sind wir einem Zeitplan gefolgt, um gemeinsam mit unseren Freunden den Norden Thailands zu sehen. Von jetzt an bewegen wir uns weitaus spontaner.

  1. Lilo Hartung

    Nach Sri Lanka waren wir im Folgejahr in Thailand, was uns wesentlich besser gefiel, d.h. nicht , das Sri Lanka als Land nicht schön gewesen wäre, ich meine die Landschaft. Aber es gab so viel Armut und Elend. In Thailand war alles reicher und runder, keine Bettler schon neben dem Hotel oder dem Theater. Und die Landschaft, die Tempel, die Skulpturen und die Menschen, all das hat uns gut gefallen.