Mir ist noch kein Geologe begegnet, der Vulkane nicht cool findet. Es ist eine Berufskrankheit. Im Osten Javas locken der Bromo und der Ijen, die beide von den meisten Touristen angesteuert werden. Tatsächlich habe ich sehr lange überlegt, ob sich in der Regenzeit eine Tour zum Bromo überhaupt lohnt oder ob man den Sonnenaufgang vergeblich zwischen den Regenwolken suchen muss. Allerdings sah das Wetter die letzten Tage recht beständig aus mit tiefen Wölkchen am Morgen, praller Sonne am Tag und heftigen Regengüssen am Abend. Wir lassen es auf einen Versuch ankommen. Ein Kleinbus bringt uns und einen anderen Reisenden in gemütlicher Fahrt von Yogyakarta nach Probolinggo. Je näher wir dem Ziel kommen, desto halsbrecherischer werden der Fahrstil und die Überholmanöver. Das scheint die indonesische Eigenart zu sein. Nach Einbruch der Dunkelheit wechseln wir den Fahrer und brettern den Berg, genauer die Außenseite der Caldera hinauf. Wir fürchten um unser Abendessen, denn die Küche des Hostels schließt um 9 Uhr abends. Während wir dieser Uhrzeit immer näher kommen, plagt unseren Fahrer keine Hektik, als er mit den Worten „Okay, ich halte hier kurz“ stoppt, aus dem Auto steigt und zwischen den Häusern verschwindet. Besonders mein Magen und ich werden immer ungeduldiger. Es erscheint mir unlogisch diese Tour so knapp zu organisieren, dass manche mit leeren Bäuchen in ihr Bett kriechen müssen. Wir haben Glück und trudeln gerade rechtzeitig ein, um noch schnell ein Abendmahl in uns hinein zu schlingen. Es wird eine sehr kurze und kalte Nacht auf 2000 m Höhe, denn um 3 Uhr morgens wirft uns der Wecker aus den Träumen. Wenig später holt uns ein Jeep ab und brettert zusammen mit zahllosen anderen in die Tengga-Caldera hinein. Diese Caldera misst mehrere Kilometer im Durchmesser und entstand im Laufe der Jahrtausende durch mehrere Vulkaneruptionen. Der jüngste unter diesen Vulkanen ist der Bromo, der zwischen der nächtlichen Finsternis und dem Nebel allerdings noch nicht auszumachen ist. Am Ostrand der Caldera geht es wieder hinauf gen Himmel zu jenem Punkt, an dem schon Millionen anderer Touristen die berühmte Aussicht genossen haben.


Ist das nicht schön?
Zwei Dinge sind auf den Bildern nicht zu sehen. Erstens ist es sehr kalt. Verglichen mit den winterlichen Temperaturen daheim ist es natürlich nichts, aber wenn man monatelang an 30° gewöhnt ist, kann es hier oben ganz schön kühl werden. Zweitens steht hinter uns eine Armee von Besuchern und wir sind froh einen der besten Plätze bereits am Anfang ergattert zu haben, als es noch relativ leer war.
Der Sonnenaufgang ist famos. Langsam weichen die Sterne am Nachthimmel jenem Stern, der uns am nächsten ist und dieses angenehme, warme Licht verbreitet. War der Nebel in der Caldera noch mächtig genug, um über den Kraterrand ins Tal zu fließen, schrumpft er nun langsam in sich zusammen und löst sich auf. Der Bromo selbst ruht nicht, sondern stößt eine beachtliche Dampfsäule aus. Im Hintergrund thront der Semeru, der höchste Berg Javas, und lässt sich ab und anmit einem kleinen Husten vernehmen. Nach diesem Naturschauspiel steigen wir hinab zum Jeep und werden hinein nach Mordor gefahren. Die Rede ist von der Tengger-Caldera, jenes Sand- und Aschemeer, dass wir vorhin im Nebel durchquert haben. Jeder Ausbruch, vor allem die des Bromo hat hier seine deutliche Spuren hinterlassen. An der Flanke des Bromo gibt es eine Steintreppe, die man bis zum Kraterrand besteigen kann. Zu den Seiten hat sich der Vulkan bereits Teile davon durch Asche und Schlammströme zurück erobert. Oben angekommen können wir quasi in das Erdinnere blicken. Im Krater kann man außer Geröll nichts erblicken, aber der ausströmende Dampf lärmt ungeheuerlich. Wer hier hinein fällt, scheint verloren. Es ist einfach nur atemberaubend.

Am Kraterrand sind zwei Hobbits an uns vorbei gelaufen und haben den Ring in den Vulkan geworfen.
Vor vier Jahren stand ich bereits auf dem Anak Krakatau, der wenige Tage später ausgebrochen ist. Aber das hier ist einfach nur gewaltig. Ein riesiger Haufen Erde und erstarrte Lava, aus dem von Zeit zu Zeit Asche und Rauch und manchmal auch flüssiges Gestein austreten. Geology rocks!

Dieser äußerst schlaue Reiter hat sein Pferd an sich selbst festgebunden.













Anja
Hallo ihr beiden,
das sieht ja atemberaubend aus!!
Freu mich schon auf euch!
Wünsche euch eine gute Heimreise!!
: )